Es gibt eine Art zu reisen, die nicht jedermanns Sache ist. Das sind Abenteuerreisen, die ausserhalb von bekannten Routen und dem gewohnten Komfort liegen. Und weit weg von überfüllten Stränden, all-inclusive-Hotels und Sehenswürdigkeiten-Warteschlangen. Solche Reisen werden sorgfältig vorbereitet, weil man sich später nur auf das verlassen kann, was man vorbereitet hatte. Und diese Reisen macht man mindestens mit zwei Fahrzeugen, um nicht für alle Ewigkeit in der Wüste zu bleiben, wenn eines einen Motorschaden hat. Man nimmt Kanister mit Wasser und Benzin mit, zwei Ersatzreifen, Spaten und Sandbleche für den Fall, dass man im Sand stecken bleibt. Wahrscheinlich werden sich gerade viele die Frage stellen, wozu sollte man eine Reise so kompliziert gestalten, wenn man einfach ein Hotel mit Vollpension, Shuttleservice und Animateuren buchen kann. Wahrscheinlich gibt’s etwas, wofür es sich lohnt den Geländewagen nach dem Sandsturm aus dem Sand zu graben, abends Holz für das Lagerfeuer zu sammeln und das Essen auf einem Gasbrenner zu kochen? Warum braucht man also diese Abenteuerreisen?

DIE GANZE WELT GEHÖRT NUR DIR

Eigentlich hat alles angefangen, als Errol und ich seine alten Dias gefunden haben, die schon über 30 Jahre alt sind. Errol hat sie auf einer seinen ersten Reisen gemacht und seitdem waren sie irgendwo in der weitesten Ecke der Wohnung verschachtelt. Und als wir sie wieder gefunden haben, wollte ich ein paar davon digitalisieren. Als ich die Dias gescannt habe, dachte ich erst, es sind Bildsequenzen aus irgendeinem Film, keine Privatfotos. Ich habe Sahara, Sand, Wüste, Kamele, Beduinen und einen Geländewagen mit Kanistern und selbstgebastelten Devices aus Blech gesehen. Und dachte mir: wie sehr unterscheidet sich diese Reise von allen diesen Reisen, die wir heute machen! Zum Beispiel, hat man damals die Routen auf einer Landkarte aus Papier eingezeichnet. Und statt eine Powerbank fürs Handy hat man Kanister mit Wasser und Benzin mitgenommen. Übernachtet hat man nicht in einem Hotel mit Personal und Videoüberwachungskameras, sondern unter dem riesigen Sternenhimmel. Vorm Einschlafen hat man Grillenzirpen am Lagerfeuer statt Chill Out aus der Bluetooth Box gehört. Und morgens hat man sich, statt sich mit anderen Hotelgästen am Frühstücksbuffet im Hotel zu drängen, Kaffee auf dem Gasbrenner gekocht und mit dem Gefühl die ganze Welt gehört mir allein! in die unendliche Weite geschaut.

UNBERECHENBARKEIT UND STÄNDIGES IMPROVISIEREN

Aus der Sicht des modernen Menschen, der an Komfort, Service und die Bequemlichkeit alles über eine App reservieren zu können gewohnt ist, schauen solche Reisen wahrscheinlich wie purer Wahnsinn aus. Aber genau das Unberechenbare und ständiges Improvisieren machen aus gewöhnlichen Reisen ein Abenteuer. Jeder Tag ist anders und jeder Tag in der wilden Natur bringt neue Anforderungen mit sich. Man muss Sandstürme abwarten, einem im Sand steckengebliebenen Auto muss man die Sandbleche unter die Reifen legen, eine gebrochene Plattfeder austauschen, Vorräte mit Wasser und Benzin anlegen und abends Holz fürs Lagefeuer sammeln. Aber jeder Tag bringt auch neue Erlebnisse: Nachts in der weiten Ebene kann man das schönste Lichtspiel mit Mondlicht und Wolken beobachten. Am Morgen nach dem Aufwachen sieht man plötzlich eine Frau mit tätowiertem Gesicht vor sich, die ein Tablett mit Tee, Fladenbrot und Eiern zum Frühstück gebracht hat, einfach weil es in dieser Gegend üblich ist sich um Reisende zu kümmern.

EINE ANDERE ART VON KOMFORT: FREIHEIT

Obwohl solche Abenteuerreisen nicht einfach zu organisieren sind und im Verlauf recht umständlich vorkommen, bieten sie eine andere Art von Komfort: das ist die absolute Freiheit. Dort, wo es keine Zäune und Wände gibt, erlebt man die Freiheit besonders intensiv. Dort, wo man keine Uhr braucht, verliert die Zeit ihren Sinn. Man fängt an die Zeit ganz anders wahrzunehmen, weil man keine Eile und keine Termine hat. Man muss sich nicht beeilen um die Reservierung im Restaurant oder den Check-in im Hotel nicht zu verpassen, weil man jederzeit ein Zelt zum Übernachten in der Wüste aufschlagen kann. Hier kann man kein Frühstück verschlafen, weil das Frühstück auf einer Abenteuerreise oft aus einer Konservendose, Keksen und Kaffee besteht. Wenn man hungrig wird, muss man keinen Supermarkt und kein Restaurant suchen, weil beide sich hinten im Geländewagen befinden. Und man muss nicht nach freien Plätzen in einem überfüllten Café suchen, um einen Platz mit der schönsten Aussicht zu finden – denn schöne Aussichten gibt’s hier rund um die Uhr.

ABENTEUERREISEN: EIN NEUES SELBSTGEFÜHL

Es gibt noch etwas sehr Wichtiges, was man aus so einer Reise nach Hause mitnimmt. Auf einer Abenteuerreise bereichert man sich nicht nur mit neuen Erlebnissen, neuen Kenntnissen, neuen Fotos und ein paar Souvenirs. Das wichtigste, was man dort bekommt ist das neue Gefühl von sich selbst. Nur weit weg vom alltäglichen Leben, vom gewohnten Umfeld, vom eingespielten Lauf, Terminen, Deadlines, Pflichten und Gewohnheiten kann man die Antwort auf die Frage finden, wer man eigentlich ist. Echte Abenteuerreisen schütteln uns wach aus dem Schlaf der Alltäglichkeit, wo alles absehbar ist, sie verändern unsere Vorstellungen von uns selbst. Auf den alten Dias habe ich eine andere Welt entdeckt: abgenutzte Landkarten mit vermerkten Routen, Sanddünen und unendliche Wüste, Kamele, vertrocknete Bäume und einheimische Tuaregs. Ich dachte, es ist auch für mich die Zeit gekommen, das gewohnte Leben gegen absolute Freiheit zu tauschen. Und ich hoffe wirklich sehr, das ich euch bald meine erste Abenteuerreise zeigen darf!

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