Könnt ihr euch eigentlich Zeitreisen vorstellen? Mit einer Zeitmaschine? In Wikipedia steht, dass eine Time Machine eine fiktive Maschine zum durchführen von Zeitreisen ist. Nicht unbedingt eine fiktive, würde ich sagen. Ich habe so eine, und sie ist absolut real. Sie funktioniert allerdings nur in die Vergangenheit, dafür aber ziemlich tadellos. Sie ist so klein, dass sie in meine Handtasche passt und leistet dem Concealer, dem Lippenstift und der Sonnenbrille Gesellschaft. Und sie kann jederzeit für Zeitreisen eingesetzt werden.

Alle machen gerne Fotos beim Reisen. Jeder möchte besondere Momente festhalten. Die Erinnerungen an schöne Orte und an sich selbst nach Hause mitnehmen. Vor allem an sich selbst, weil wir alle im Urlaub anders sind, als daheim in der gewohnten Umgebung – frei, zu nichts verpflichtet und sorglos. Aber eines Tages habe ich festgestellt, dass alle diese unzähligen Fotos, die man normalerweise zu Hunderten in jedem Urlaub schiesst, mir gar keinen Spaß mehr machen. Ich habe wahrscheinlich sogar jedes Jahr tausende davon gemacht – mit dem iPhone und mit der Digitalkamera. Und dann gemerkt, dass sie keinen Wert für mich haben.

Time Machine Analogfotografie Minolta La Blonde Blog

Wenn man in seinem Leben mehr 10 Urlaube gemacht hat, dann sehen alle Urlaubsfotos irgendwann gleich aus. Stadt X, Strand Y. Spektakuläre Landschaften, die sich alle auch irgendwann mal gleichen. Restaurants, die auf den Fotos ziemlich nichtssagend wirken. Ich habe viele Fotos gemacht und sie danach kaum noch angeschaut. Weil es zu viele davon gab und weil sie irgendwie nichts Besonderes waren. Ausserdem nach einer Woche am Strand rumliegen wird mir im Urlaub meistens ziemlich langweilig und ich brauche eine Beschäftigung. So habe ich eines Tages die alte Art zu fotografieren wiederentdeckt: mit der Filmkamera. Mit einer Minolta, die bestimmt schon 30 Jahre alt ist. 

Meine Time Machine bringt mich in eine Ära, die es heute gar nicht mehr gibt.

Das ist meine Time Machine. Die Fotos, die ich mit der Minolta mache, wirken wie aus dem letzten Jahrhundert. Die Bilder haben eine starke Körnung und die Schärfe ist auch nicht so einfach einzustellen. Also genau richtig um ganz schräge, aber besondere Fotos zu machen. Dazu gab es immer wieder lustige Situationen am Flughafen, weil die Sicherheitskontrolle immer genau wissen wollte, was ist das für ein Gerät, wozu es gut ist, was ist da drin und ob es gefährlich ist. Jedes mal am Flughafen musste ich meine Kamera aufmachen, beinahe auseinander schrauben, um zu beweisen, dass ich keinen Sprengstoff damit transportiere. So hat der Spaß bereits in München am Flughafen angefangen. 

Time Machine La Blonde Analogfotografie

So ist meine Minolta überall mitgereist. Nach Spanien, nach Frankreich, nach Griechenland und in die Karibik. Letztens habe ich damit Fotos von Saint-Tropez in schwarz-weiß gemacht. Die Stadt hat auf den Fotos so ausgeschaut, wie zu Brigit Bardots Zeit. Original 50-er Jahre. Das mag ich so sehr an der Minolta, dass sie mich in eine Ära bringt, die es heute gar nicht mehr gibt. Nur auf meinen Bildern bleibt die Zeit stehen. Deswegen nenne ich meine Kamera Time Machine.

Alle Fotos sind besonders, manchmal schräg, aber immer authentisch und charmant.

Dazu kommt noch ein Überraschungseffekt, welchen die digitale Fotografie nicht bieten kann. Wenn ich meine analogen Fotos mache, weiss ich nie, was daraus wird. Und das macht die Fotos so besonders wertvoll. Es ist immer eine Momentaufnahme, die man nicht wiederholen oder korrigieren kann, das hat etwas sehr Authentisches. Im Gegenteil zu unserem digitalem Zeitalter, wo man 100 Selfies macht, bevor ein gutes Bild dabei ist. Wo alles perfekt, eigentlich schon zu perfekt ist. Ich mag die Perfektion der Instagram-Welt sehr. Aber genauso brauche ich auch die Authentizität und den Charme der analogen Fotografie.

Time Machine La Blonde Blog analoge Fotografie

Es sind jedes Mal atemberaubende Momente, wenn ich in München nach dem Urlaub die Filme aus der Fotolabor-Entwicklung abhole. Mit stark klopfendem Herzen scanne ich die Filme mit meinem Reflecta Scanner. Ob Porträts von meinen geliebten Menschen oder Orte, wo ich war – alle Fotos sind besonders. Manche gelingen mir gut, manche sind ziemlich schräg. Aber eins sind sie sicher nicht – langweilig. Sie erinnern mich an Lomography, welche wegen ihrer schrägen und unmittelbaren Art zum Trend geworden ist.

Das heisst aber nicht, dass ich keine Digitalfotos mehr im Urlaub mache. Ganz im Gegenteil, sogar noch mehr, als früher. Aber analoge Fotografie macht einfach einen Riesenspaß. Man braucht nicht viel dafür – jeder hat wahrscheinlich eine alte Analogkamera bei sich irgendwo rumliegen. Dann braucht man Filme, ob Schwarzweiß oder Farbe, die für ein paar Euros überall zu kaufen sind. Am liebsten mag ich originale Lomo Filme mit verschiedenen Farbeffekten. Oder Earl Grey S&W für Schwarzweiß-Bilder. Entwickeln und scannen kann man das im Fotolabor. Und zum drucken gibt’s unzählige Services, wie zum Beispiel Big Fat Box von Cheers.

Time Machine Analogfotografie La Blonde Blog

Wie fotografiert ihr am liebsten? Mit dem iPhone, einer Digitalkamera, einer Sofortbildkamera oder sogar analog? Lasst es mich wissen, ich bin neugierig!

Time Machine Analogfotografie Cote-d-Azur La Blonde Blog

Time Machine La Blonde Blog La Tarte Tropezienne

Time Machine La Tarte-Tropezienne La Blonde Blog

Time Machine Saint-Tropez La Blonde Blog

Tags:
Keine Kommentare