Stellt euch eine Stadt vor, die bis an den Rand der Klippen gebaut ist, die Häuser mit dem Felsen verschmolzen sind und man aus dem Fenster direkt nach unten ins Meer schauen kann. Stellt euch weiße Häuser vor, die von vielen verwinkelten Gassen durchzogen sind. Viele Aussichtspunkte und Balkone, die über dem Meer hängen. Türkisblaues adriatisches Meer und leichter warmer Wind. Viele Läden, Cafes und Restaurants. Der Duft von Croissants und Pizza frisch aus dem Ofen. So habe ich Polignano a Mare erlebt, eine Stadt in Apulien, an der Ostküste des italienischen „Stiefels“.

Polignano a Mare ist eine kleine, aber bunte und süße Stadt, wo bis in die Nacht alles laut und voller Leben ist. Wir sind hier spät am Abend angekommen, weil wir den ganzen Tag in Ravello an der Amalfiküste verbracht haben. Eigentlich dachte ich, wenn wir in Polignano ankommen, wird die Stadt bereits still und leer sein, weil alle schon schlafen. Von wegen! Was uns mitten in der Nacht erwartet hat, hat mich eher an den Marienplatz in München an einem Samstagvormittag erinnert – so voll und so wach war die Stadt!

POLIGNANO A MARE: EINE STADT, DIE JEDEN MORGEN NACH CROISSANTS DUFTET

Polignano a Mare war unser nächstes Reiseziel, nachdem wir ein paar Tage an der Amalfiküste verbracht haben. Und wo es recht voll und stressig war: wir sind viel im Stau gestanden, egal in welche Richtung wir an der Küste entlang fahren wollten. Im Vergleich zu Amalfi ist die Küste Apuliens verkehrstechnisch viel ruhiger. Die meisten Touristen sind hier Italiener. Hier habe ich selten englisch gehört, wie in Positano, oder russisch, wie in Neapel. Das Altstadt-Zentrum und die Fußgängerzone von Polignano a Mare sind recht klein, man könnte es in ca. einer halben Stunde zu Fuß umgehen. Aber hier gibt’s alles, was man im Urlaub braucht: Restaurants mit leckerer italienischer Küche, Bars mit einheimischen Weinen, unzählige Cafes, einen Strand und dolce far niente.

Wir sind in einem süßen Bed & Breakfast Hotel in der Mitte der Fußgängerzone eingecheckt. Und das erste, womit die Stadt mich am nächsten Morgen begrüßt hat, war der Duft von frischen Croissants! An allen Tagen, die wir in Polignano verbracht haben, bin ich sehr früh aufgewacht. Sogar noch bevor Errol und Kathi wach waren. Dann bin ich auf die Terrasse unserer Wohnung und habe diesen Duft genossen – jeden Morgen hat man frische Croissants unten im Cafe gebacken. Und im Haus gegenüber, nur einen Meter von mir entfernt, hat eine italienische Oma jeden Morgen draußen ihre Wäsche aufgehängt. Dafür liebe ich Italien – in jeder Gasse flattert hier Bettwäsche und Tischdecken im Wind! Die italienische Oma hat mich am Anfang etwas skeptisch angeschaut, aber nachdem ich sie gegrüßt habe, ist sie aufgetaut. Seitdem haben wir uns jeden Morgen gegrüßt.

BUNT, LAUT UND GEMÜTLICH

Wenn ich euch über meine italienische Reise erzähle, dann komme ich um das Thema Essen nicht herum. In Italien, und besonders in Polignano a Mare dreht sich alles ums Essen. Nach Italien sollte man reisen, um zu essen! Vergeßt alle Diäten, hier wird gegessen um zu genießen, die italienische Küche ist einfach purer Genuss! Italienische Märkte sehen aus wie paradiesische Gärten. Und italienische Supermärkte – wie Lebensmittelmuseen. In Italien schmeckt alles besonders lecker, selbst sowas banales wie Spaghetti Pomodoro kommt einem himmlisch lecker vor! Hier im Supermarkt habe ich angefangen alle Käsesorten zu zählen und hab es doch nicht geschafft – es gibt so viele! Am liebsten hätte ich alle Sorten von Oliven, alle Arten von Spaghetti und noch einen Kanister Olivenöl gekauft, um das alles nach München mitzunehmen. Klar, in München gibt’s auch Oliven und Spaghetti. Aber aus Italien schmeckt es einfach besser!

Und genauso wie leckeres Essen gehört zu Italien die Lautstärke. In Italien ist es einfach laut! In unserem Hotel war alles sehr hellhörig. Es ist schon lustig, wenn man im Bett liegt und man alles so hört, als ob man draussen schlafen würde. Man hört den laut klappernden Wagen vom Eismann und man hört wie unten im Restaurant Besteck sortiert wird. Man hört Gespräche und Gesang von draussen. Eigentlich ist Polignano a Mare nichts für diejenigen, die Ruhe, Leere und Stille mögen. Aber für die, die ein lautes, lustiges, buntes und gemütliches italienisches Flair im Urlaub geniessen wollen, ist Polignano a Mare genau das Richtige!

SEHENSWÜRDIGKEITEN IN POLIGNANO A MARE

In Polignano a Mare gibt es auch eine Menge zu sehen. Das beeindruckendste davon ist die alte römische Brücke, die ca. 100 n.Chr. gebaut wurde. Diese Brücke ist ein Teil der Römerstraße Via Appia – eine der bedeutendsten antiken Straßen. Eigentlich die gesamte Stadt eine große Sehenswürdigkeit. Am besten kommt man nach Polignao mit dem Auto oder mietet hier eins. In der Umgebung gibt es einige Städte, die absolut sehenswert sind. Zum Beispiel Alberobello, ein Hobbit-Dorf, das aus Trullis – den kleinen weissen Häuschen mit spitzen Dächern besteht. Oder Ostuni – eine weisse Stadt, wunderschön auf einem Hügel etwas im Landesinneren gelegen. Und ca. 13 km von Polignano a Mare entfernt liegt Monopoli, ein sehr süßes Städtchen mit Festungsmauern und Kanonen direkt am Wasser.

Nach Polignano a Mare sollte man fahren, wenn man erlebnishungrig ist. In der Stadt selbst und in der Umgebung findet man viel Interessantes und Sehenswertes. Hier gibt’s relativ wenig schöne Strände, aber dafür viele Sehenswürdigkeiten. In den 10 Tagen, die wir hier verbracht haben, haben wir richtig viel gesehen und sind auch viel gelaufen. Und um uns von den Städten zu erholen und ein paar Tage am Strand zu verbringen, sind wir nach Gargano gefahren. Ein Naturschutzgebiet, das ca. 200 km weiter nördlicher an der adriatischen Küste liegt. Aber darüber erzähle ich euch nächstes Mal!

Welchen Urlaub mögt ihr lieber: gechillt am Strand
oder in der Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten?

Italien Drohne La Blonde Reiseblog

Vera Hutterer La Blonde Blog

Urlaub in Italien La Blonde

Reisen Apulien La Blonde Travel Blog

Strassen Polignano a Mare La Blonde

Reisebericht Italien La Blonde Blog

Wand Dekoration Italien La Blonde

Souvenirs Polignano a Mare La Blonde Blog

Keramik in Italien La Blonde

Adriatisches Meer La Blonde Blog

Apulien Italien La Blonde Blog

Meine weiteren Blogposts über unsere Italien-Reise:

Positano
Ravello

Keine Kommentare