Dieses Bild habe ich nicht umsonst als Titelbild für meinen Blogpost über Berlin gewählt. Das Bild verkörpert perfekt das Berliner Flair: es ist schön und stylisch, chillig, aber auch schrill und ein bisschen verrückt zugleich – in einem Luxus Hotel in der Badewanne auf der feinsten Bettwäsche liegen, Chips essen und das Leben genießen. Mondän, gelassen, gegensätzlich, provokant, ungewöhnlich und genussvoll – so kam mir Berlin vor. Berlin ist eine Stadt, in die man sich entweder verliebt oder die man nicht ausstehen kann. Die Stadt lässt niemanden gleichgültig. Sie ist wie ein Mensch, der seltsam, eigen, unberechenbar, eigensinnig, aber auch schön, herzlich und großzügig ist. Man wird sich in Berlin verlieben oder nicht, aber auf alle Fälle werden große Gefühle ins Spiel kommen.

Seit den 15 Jahren, die ich in Deutschland lebe, war ich kein einziges mal in Berlin. Alle meine Reiseziele liegen meistens im Süden. Dort, wo Palmenblätter im Wind rauschen und wo es warm und sonnig ist. Ich bin ein Sommerkind. Ich liebe die Sonne, das Meer und könnte mein ganzes Leben am Strand verbringen. Und trotzdem finde ich es schade, dass ich selten nach Norden reise – es gibt dort so viel zu entdecken! Als ich erfahren habe, dass ich nach Berlin fliegen darf, habe mich riesig gefreut. Berlin ist eine Legende, eine geschichtsträchtige Stadt, eine unkonventionelle Style-Metropole, die jährlich von Millionen Touristen besucht wird. Ich wollte eine davon sein. Ausserdem wollte ich noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit in Berlin sehen: das legendäre Hotel Adlon Kempinski.

STYLISCH, SCHRÄG, FRECH, CHARMANT, RAU – DAS IST BERLIN

Über Berlin wusste ich nicht viel. Außer, dass es eine schrille, unkonventionelle, aber auf eigene Art sehr schöne Stadt ist. Der Ruf schräg zu sein hat sich sofort bestätigt als wir uns am Flughafen ein Taxi zum Hotel Adlon genommen haben. Der Taxifahrer hat uns erstmal die Geschichte über seine Familie in drei Generationen und seine Verwandtschaft in der Türkei erzählt. Während der Fahrt kamen wir kurz am Wohnhaus seines Vaters vorbei, dann philosophierte er über die Qualität des Berliner Döners. Plötzlich fragte er uns, ob wir nicht Lust auf den besten Döner in Berlin haben. Bevor ich antworten konnte, machte er einen Vorschlag: er stellt den Taxizähler aus und fährt uns erst zum Hakiki – die beste Döner-Bude Berlins. Für den Döner brauchen wir nichts zu zahlen, es ist ein Geschenk – sagte er. Ich bin zwar kein Döner-Fan, aber diese Art Herzlichkeit fand ich total süß! Zum Glück hatte der Döner-Laden zu und ich war erleichtert. Der Vorschlag vom Taxifahrer war voll nett, aber die Vorstellung im Adlon Kempinski mit einem Döner in der Hand einzuchecken hat mich mehr erschreckt, als begeistert. So habe ich Berlin kennengelernt: schrill und herzlich.

BERLIN HAT VIELE SCHOKOLADENSEITEN

Auf dem Weg zum Hotel zog Berlin an mir vorbei. Es war so anders, als alles, was ich bisher in Deutschland und ganz Europa gesehen habe. Moderne Architektur, so kontrastreich zu München, wo das Zentrum noch viele Altbauten dominieren. Menschen auf den Straßen, die so spektakulär angezogen sind, dass man sie länger anschauen möchte. Berlin hat eine starke eigene Ausstrahlung. Berlin ist stylisch, schräg, außergewöhnlich, frech und charmant auf ganz besondere, etwas raue Art. Die Stadt hat eine starke Persönlichkeit und eine turbulente kulturelle und politische Geschichte, die sich in der Berliner Ausstrahlung bemerkbar macht. Berlin hat auch viele Schokoladenseiten.

Die meisten davon werde ich wahrscheinlich erst beim nächsten Besuch entdecken, weil unser Aufenthalt diesmal viel zu kurz war. Man braucht eine ganze Woche, um den Geist einer neuen Stadt oder Location zu verstehen. Berlin hat viel zu bieten: Küche aus der ganzen Welt, Cafés, Bars und Clubs, Shopping und Events, berühmte Berliner Flohmärkte und die Stadt selbst mit ihrer einzigartigen Subkultur, die man einfach mal erleben muss.

HOTEL ADLON KEMPINSKI – EINE BERLINER LEGENDE

Die zwei Tage, die ich in Berlin verbracht habe, waren viel zu kurz um Berlin in seiner ganzen Vielfalt zu erleben. Aber eins weiß ich jetzt sicher: in welchem Hotel ich das nächste mal wohnen möchte! Im Adlon Kempinski habe ich alles gefunden, was ich so gerne mag: unbeschreiblich schönes Ambiente, erstklassiger Service und ein spektakulärer Ausblick auf das Brandenburger Tor. So ein feines und umfangreiches Frühstück, dass man wahrscheinlich eine Woche brauchen würde, um alles durchzuprobieren. Und viele andere Schokoladenseiten, welche ich dieses mal aufgrund des Zeitmangels noch nicht kennengelernt habe: ein märchenhaft schöner Spa-Bereich und das Lorenz Adlon Esszimmer, mit 2 Michelin Sternen ausgezeichnet. Einfach legendär!

Es würde sich lohnen allein wegen des Adlons nach Berlin zu kommen! Weil das nicht einfach nur ein 5-Sterne Hotel, sondern eine Institution und ein Erlebnis ist. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ der ehemalige Tischler Lorenz Adlon, der irgendwann in der Gastronomie, später auch in der Hotelerie seine Berufung gefunden hatte, das Adlon am Brandenburger Tor erbauen und niemand weniger als Kaiser Wilhelm selbst, unterstützte ihn dabei. Prachtvoll und modern, wie es bis dahin in Deutschland kein Hotel gegeben hatte. Der Adel verließ seine Winterpalais um im Adlon zu residieren. Das Hotel Adlon entwickelte sich zum Ort des Sehen-und-Gesehen-werdens, zu einem Ort mit internationalem Publikum, bestehend aus Adel und Industriellen, vom russischen Zaren bis hin zu den Rockefellers, von Charlie Chaplin und Marlene Dietrich bis zum Maharadscha von Patiala. Obwohl der prachtvolle Bau den Krieg überstand, brannte er nach der Besetzung durch die Rote Arme vollständig aus. Erst Ende der 90er Jahre wurde das Adlon neu erbaut, um an seine reiche Geschichte wieder anzuknüpfen.

Ich bin mittlerweile ein echter Kempinski-Fan geworden. In meinem Blog habe ich bereits über das Hotel Kempinski Berchtesgaden und über die Villa Rotschild Kempinski geschrieben. Jedes Kempinski Hotel ist ein unvergessliches Erlebnis und auch ein Teil der Kultur und Geschichte des Ortes, wo es sich befindet. Das Hotel Adlon Kempinski in Berlin verkörpert nicht nur Genuss und Luxus, sondern ist ein Teil der Berliner Kultur. Das Hotel steht in starkem Kontrast zu den Stadtrandzonen von Berlin, zu den unzähligen Döner-Läden und zu der abstinenten Architektur der Moderne, die auch zu Berlin gehören. Aber diese Kontraste ergänzen sich gegenseitig und ergeben zusammen ein ganzheitliches Bild: das ist Berlin.

Kennt ihr Berlin?
Wie habt ihr die Stadt erlebt?

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