Es gibt ein kulturelles Phänomen, eine Behauptung, dass Frauen sich in gute Mädchen und böse Mädchen aufteilen. Man sagt auch – gute Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen überall hin. Stimmt das überhaupt? Was ist hier gut und was ist böse? Wieviel von diesen Eigenschaften steckt in jeder von uns? Alle diese Fragen kamen mir plötzlich, als ich mein Lieblings T-Shirt angezogen habe mit dem Spruch…

GOOD BOYS LOVE BAD GIRLS

Seit ich mich erinnern kann, war ich immer ein „böses Mädchen“. Schon in dem Alter, in dem kleine Mädels mit ihren Locken am Kopf und in ihren süßen Kleidchen eher den Engel ähneln. Ich war kein Engel, ganz im Gegenteil: ziemlich eigensinnig. Die Erwachsenen auf die Palme zu treiben, war deren Aussage nach, meine Lieblingsbeschäftigung. Für alle Situationen, die mir nicht gepasst haben, hatte ich einen Satz: „mag nicht!“ Den Spruch verwende ich heute noch genauso gerne, wie damals. Andere Menschen versuchen ihre Meinung sachlich zu verargumentieren, warum dieses oder jenes nicht geht oder warum sie etwas nicht machen können. Ich sage einfach – mag nicht.

Deswegen gelte ich auch als stur. Was von den meisten als negative Eigenschaft gesehen wird, ist für mich eine positive. Stur sein bedeutet, sich nicht zu den Dingen überreden zu lassen, die einem gar nicht schmecken oder nicht gut tun. Stur sein bedeutet, eigene Wege zu gehen. Meine Sturheit hat mir mehrmals das Leben gerettet. Denn, wäre ich nicht so stur in mancher Hinsicht, wer weiss welches unglückliches Leben ich heute führen würde? Aber eigene Wege zu gehen bedeutet auch die Konsequenzen tragen zu müssen. Zum Beispiel, nicht in den Himmel zu kommen.

GUTE MÄDCHEN KOMMEN IN DEN HIMMEL

Ganz ehrlich – ich wollte nie in den Himmel. In meiner Vorstellung ist es ziemlich langweilig dort. Wo alles harmonisch und perfekt abgestimmt läuft, aber auch leblos. Weil das richtige Leben mehr dem tropischen Klima ähnelt: es gibt Stürme und Regenschauer, aber dafür riecht man die frische Luft nach dem Regen. Und manchmal kommt die Sonne raus. Dieser vermeintliche Himmel, der den braven Mädchen angeboten wird, hat etwas Künstliches an sich. Im Leben eines braven Mädchens gibt es kein Gewitter, keine Stürme und keine unvorhersehbaren Dinge. Aber auch keinen Duft regenschwerer Luft. Das Leben eines gutes Mädchens ist wie das Leben unter einer Käseglocke – langweilig.

Ein böses Mädchen zu sein bedeutet für mich auf eigene Gefahr eigene Entscheidungen zu treffen. Und auch die Konsequenzen dafür zu tragen. Es ist nicht immer konform, es ist nicht immer bequem für andere – eigene Entscheidungen. Manchmal bedeutet das auch Einsamkeit. Wer eigene Entscheidungen trifft, läuft nicht mit der Masse mit und riskiert damit eine gewisse Zeitstrecke einsam zu verbringen. Aber ich konnte nie anders – ich traff eigene Entscheidungen und ging meinen eigenen Weg. Ausserdem ist diese Einsamkeit nur die Begleitung einer Umbruchphase. Sobald man sich neu sortiert hat, findet man die Menschen, die einen gut finden, so wie man ist. Weil Authentizität eine starke Anziehungskraft hat.

BÖSE MÄDCHEN KOMMEN ÜBERALL HIN

Warum kommen böse Mädchen überall hin? Weil sie der Stimme des Herzens folgen, und auch dem eigenem Bauchgefühl. Sie vertrauen ihrer Intuition und kennen ihre Bedürfnisse. Und besorgen sich das, was sie brauchen, ohne darüber nachzudenken, ob andere das gut finden oder nicht. Vielleicht denken sie sogar darüber nach und entscheiden sich dann trotzdem für sich. Sie gönnen sich den größten Luxus den es gibt – sich selbst treu zu sein. Sie sind nicht angepasst, ihre Seelen sind wild. Und was für manche wie eine Provokation aussieht, ist eigentlich der Ausdruck von Freiheit. Freiheit und Provokation passen gut zusammen: in einer Gesellschaft frei zu bleiben ist auch eine Provokation.

Das Schönste dabei ist aber, dass böse Mädchen nicht nur überall hinkommen. Sie bekommen den Zugang zu dem, was alle sich sehnsüchtig wünschen und nur wenige finden. Es ist nicht der künstliche Himmel, der nach den Vorstellungen Einzelner geschaffen wurde und wo man gut und brav sein muss, um dort bleiben zu dürfen. Es ist ein eigenes Paradies, es ist der Garten des eigenen Lebens, in dem die Seele einer Frau sich frei fühlen kann. Ein Garten, wo die Früchte der eigenen Charakterstärke und Entschlossenheit reifen. Wo es manchmal regnet, aber meistens doch die Sonne scheint. Der Garten einer mutigen Frau, die sich entschieden hat auf den vermeintlichen Himmel zu verzichten um ihr eigenes Paradies aufzubauen. Und die, wenn man genau hinsieht, doch gar nicht so böse ist, stimmt’s?

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