Reisen ohne Gepäck La Blonde Blog

Reisen ohne Gepäck La Blonde Travelblog München

Reisen ohne Gepäck Travelblog La Blonde

Reisen ohne Gepäck La Blonde Travel Blog

Es war wieder mal ein typischer Urlaubsanfang: Flughafen in Mykonos, ein heißer Augusttag, gefühlte +40°. Endlich langersehnter Urlaub. Mit großer Mühe ziehe ich meine Riesenbagage hinter mir: ein großer Koffer, eine große Tasche obendrauf, eine kleine Tasche über der Schulter, eine nicht so große aber mordsschwere Tasche mit Fotoequipment über der anderen Schulter. Und ein Notebook auch noch dazu. Ich schleppe diesen Berg an Gut in Richtung Taxistand und frage mich, ob man das wirklich „Urlaub“ nennen darf. Und ob es eine andere Art zu reisen gäbe – Reisen ohne Gepäck? Zum Beispiel, nur mit einer Kreditkarte und dem Kajalstift in der Hosentasche?

Natürlich gibt es größere Koffer, als meinen – ich habe es selbst am Flughafen gesehen. Manche Menschen haben so große Koffer, dass ich mich da drin ganz verstecken könnte. Ich mache das auch nicht anders, ich nehme auch fast alles mit in den Urlaub, was ich besitze. Weil ich das alles brauche – Pflege, Kleidung, Schuhe, Föhn. Ja, Föhn. Ich habe noch in keinem Hotel der Welt einen Föhn gesehen, der meine widerspenstigen Haare gerade kriegen kann. Deswegen nehme ich immer meinen mit. So sammelt sich ein Haufen Zeug an. Und seitdem ich noch meinen Travel- und Fashionblog La Blonde habe und sich jeder Urlaub in ein Speedworking verwandelt hat, nehme ich noch mehr Sachen mit: Fototasche, Notebook und eine Menge Outfits. Wer Blogger sein will muss leiden.

Der ganz normale Urlaubswahnsinn

Aber selbst in den Zeiten als es meinen Blog noch nicht gab, war es mit dem Reisen auch nicht einfacher. Da war zum Beispiel meine Tochter noch klein. Wer von euch Kinder hat, der wird mich verstehen. Ein kleines Kind mit an Bord zu haben, bedeutet die Verdreifachung der gesamten Bagage. Ein Kind braucht viele Anziehsachen, weil es sich in einer zehnminutigen Frequenz komplett dreckig macht. Und da wir ein psychisch gesundes und nicht auf zwanghafte Sauberkeit getrimmtes Kind großziehen wollen, nehmen wir einfach viel mit. Dann kommen die Lieblingsspielsachen dazu, ungefähr dreihundert. Tischspiele, Mahlfarben und zwanzig Kilo Papier, damit die Eltern auch ab und zu mal in Ruhe ihren Kaffee trinken können ohne der herzzerreißenden Jammermusik „Mama, mir ist langweilig!“ Und die Stofftiergesellschaft, ohne die das arme Kind nicht einschlafen kann, sie kommen auch alle mit: Teddy, Piepsi und Quaksi. Ganz schon viel Gepäck, stimmt’s?

Ach ja, den Ehemann gibt es auch noch. Er will auch einiges mitnehmen – ein Paddleboard, ein Paddel, die Luftpumpe, Schwimmflossen und am liebsten noch Taucherflaschen. Dafür zeigt er mir stolz, dass er nur drei T-Shirts eingepackt hat und will, dass wir uns an ihm ein Bespiel nehmen. Wenigstens Taucherflaschen kann ich ihm ausreden. Es ist nicht so, dass Taucherflaschen im Süden eine knappe Ware sind. Lacht nicht, es gibt Schlimmeres. Ich kenne eine Frau, mit der bin ich mal nach Moskau verreist. Sie hat einen Bügeleisen mitgenommen. Zum Glück ohne Bügelbrett.

Reisen ohne Gepäck – eine Utopie?

Ich vermisse das Gefühl der Leichtigkeit, ehrlich. Das Gefühl, welches ich hatte, als mein Leben noch viel einfacher war. Ein Leben, welches nur aus einem Computer und einer CD-Sammlung bestand. Aus einem Pulli, einer Jeans und ein paar Schuhen. Natürlich hatte ich damals noch keine Familie, das bringt schon viel mit sich. Und im Laufe der Jahre wird man in der Regel immer besitzorientierter. Man freut sich auch über die Sachen, die man sich endlich leisten kann. Und es wird immer mehr davon. Aber ich merke eine Tendenz in mir, die mir sehr gut gefällt. Ich möchte alles Unnötige wieder loswerden. Besitz belastet – der Spruch stimmt insofern, als dass jedes Ding das man besitzt auch Aufmerksamkeit verlangt.

Bikini, Rollerhelm und Kreditkarte

Als ich im letzten Urlaub eine Tour durch Mykonos mit dem gemieteten Roller gemacht habe, merkte ich den Unterschied. Wenn man mit dem Roller reist, kann man nicht viel mitnehmen. Ich habe mich wirklich seit langem wieder frei gefühlt. Bikini, Rollerhelm und Kreditkarte, mehr habe ich nicht gebraucht. Ich konnte an jedem schwer zugänglichen Strand anhalten, jeden noch so schmalen und verwinkelten Bergpass hochfahren. Und ich hatte nichts dabei, was mich an mein alltägliches Leben erinnern könnte. Es gab nur das Meer, den Himmel und den Sand um mich herum. Das war eins meiner spektakulärsten Reiseerlebnisse – als ich bei der Abenddämmerung mit dem Roller über die Insel gefahren bin. Warmer Wind, zirpende Grillen, der Duft der wilden Kräuter und der Sternenhimmel über dem Kopf. Was braucht man noch um glücklich zu sein? Ich habe mir versprochen eines Tages wirklich nur noch so zu reisen – ohne Gepäck, nur mit einem Kajalstift und einer Kreditkarte.

Seid ihr schon ohne oder mit nur wenig Bagage gereist?
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