Wieso keine Follower kaufen, wenn das die ganze Welt tut? Ob aus beruflichen Gründen – weil man sich als Influencer oder Marke schnell etablieren will, oder aus privaten Gründen – weil man damit das eigene Leben und sich selbst etwas aufwerten kann: viele kaufen Follower oder Likes. Sehr viele. Ist es also schlau sich keine Follower zu kaufen? Ist es gut gegen die Strömung zu schwimmen? Warum ich nichts von gekauften Likes und Followern halte und warum ich mich dagegen entschieden habe, erzähle ich euch gerne in diesem Blogpost.

Es ist schon eine verrückte Welt – die Welt der Blogger, Influencer und Instagrammer. Im Hintergrund wimmelt es von Manipulationen mit den Besucher-, Follower- und Like-Zahlen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es am Anfang der Instagram-Ära vielleicht ganz schlau war, die Zahlen ein bisschen hochzudrehen. Denn die Masse hat es nicht getan. Heute, wo vielleicht jeder Zweite die Zahlen manipuliert, ist die Reichweite zu einer Art Zirkus geworden. Der größte Nachteil – die Glaubwürdigkeit der Blogger- und Influencer-Branche leidet. Das schadet dem Geschäft. Und noch ein weiteres Problem sehe ich hinter der blinden Jagd nach Erfolg: man macht sich damit lächerlich.

Man braucht extrem guten Content

Ich möchte auf keinem Fall diejenige verurteilen, die Likes und Follower kaufen. Das ist deren Entscheidung und jeder darf machen was er will, solange es den anderen nicht schadet. Ausserdem kann ich gut nachvollziehen, dass man sich am Anfang vielleicht etwas klein vorkommt und versucht dem Ganzen nachzuhelfen. Ein Instagram Account auf gute Zahlen zu bringen und aufzubauen ist schwer. Man braucht extrem guten Content um die Follower auf organische Art und Weise zu generieren. Die Konkurrenz ist groß: es gibt einfach zu viele Bilder, zu viele Accounts – heute hat jeder Hausmeister einen Instagram Account. Und selbst der Content entscheidet nicht alles. Der Instagram Algorithmus ist hier kein Wind im Segel, ganz im Gegenteil. Und die Tatsache, dass viele User Roboter losschicken, um Likes und Follower zu sammeln, macht die Sache mit sinnlosen Kommentaren und ständigem Folgen-Entfolgen auch nicht einfacher.

Und trotzdem, wenn ich Insta-Accounts mit gutem Content und nicht manipulierten Like-Follower-Zahlen sehe, dann sage ich: Respekt! Dazu muss man heute Mut haben, sich nicht von der Massenbewegung mitreißen zu lassen. Es ist auch ziemlich verführerisch: ein paar Euro ausgeben und man hat plötzlich ein paar Tausend Follower mehr. Aber das eigentliche Problem ist – man sieht es. Ich sehe es, und wenn ich es sehe, sehen das auch die anderen. Es gibt viele Arten das zu erkennen.

Follower kaufen: wie erkennt man das

– Man sieht es am Content. Wenn die Bilder von der Farbpalette grün-grau-braun sind, dazu unscharf und wenig interessant, haben aber durchschnittlich 1.000 Likes pro Bild – dann weißt man, was Sache ist.

– Oder man schaut rein, wer die Bilder geliked hat. Wenn das meistens minderjährige indische Jungs sind, die das Bild einer Gesichtscreme für Frauen im deutschsprachigen Insta-Account geliked haben, dann ist es ziemlich offensichtlich. Oder es sind viele Fake-Nutzer und Accounts, die liken. Sie sind auch leicht zu erkennen.

– Das Verhältnis zwischen Likes und Kommentaren lässt auch einiges erkennen. Tausend Likes und wenige sinnlose oder gar keine Kommentare sind auch meistens Zeichen von Manipulation.

– Wie schnell kommen die Likes? Wenn es innerhalb von wenigen Sekunden nach dem Posten gleich eintausend sind, sind das gekaufte Likes. Ausser bei Kim Kardashian, aber da bin ich mir auch nicht sicher, ob es so schnell geht.

– Follower Zahlen im Vergleich zum Content verraten auch vieles. Ein Account mit fünf Bildern und zwanzig Tausend Followern? Das würde nur gehen, wenn zum Beispiel, einer in der Größenordnung von Barak Obama sich plötzlich einen Instagram Account anlegen würde. Bei einem Automechaniker aus Wanne-Eickel ist es eher unwahrscheinlich.

– Es gibt wunderbare Analyse-Tools, die eine Menge Informationen liefern. Zum Beispiel, influencerdb.net oder socialblade.com Wenn die Kurve in der Follower-Zuwachs-Grafik plötzlich ganz heftige Sprünge nach oben macht, bedeutet das eins von beiden: Entweder gab es eine Promotion bei Pro7 oder man hat nachgeholfen. Beim organischen Follower-Zuwachs entwickelt sich die Kurve sanft nach oben.

Aber selbst wenn es eine Art gäbe, sich unbemerkt Follower und Likes zu kaufen, würde ich es nicht tun. Aus vielen Gründen nicht.

Follower kaufen: Unfähigkeitserklärung

Likes oder Follower kaufen ist für mich die Feststellung, dass man nicht fähig ist es selbst zu schaffen. Dass man es nicht drauf hat, einen ansprechenden, inspirierenden und interessanten Content zu kreieren. Dass man die Anerkennung kaufen muss. Im Klartext bedeutet Follower-Kauf folgendes: „Ich poste so langweiliges Zeug, dass kein Mensch das liken und mir folgen möchte“. Na klar, da hilft nur kaufen!

Follower kaufen: nicht an sich glauben

Als ich mein Instagram Account im Januar 2017 gestartet habe, war mir sofort klar, dass Follower kaufen für mich kein Weg ist. Weil ich wissen wollte, wie weit ich das aus meiner eigenen Kraft bringen kann. Es macht mir Spaß mir Ziele zu setzen, die schwer zu erreichen sind. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl – Stolz auf die eigene Leistung. Und genau dieses Gefühl kann man sich nicht kaufen. Nur erarbeiten. Kaufen kann man Follower, aber nicht das Gefühl auf sich stolz zu sein.

Follower kaufen: man wird nicht ernst genommen

Wie ich schon gesagt habe, man sieht sofort die Zahlen-Manipulationen. Es wäre naiv zu glauben, dass die Firmen und Unternehmen das nicht sehen. Es wird in der Blogger-Szene immer noch gemeckert, dass die Firmen blind nach den Zahlen die Aufträge austeilen, ohne die Zahlen-Herkunft zu hinterfragen. Ich glaube, dass diese Tendenz sich bald ändern wird. Wenn die Blogger- und Influencer Etats sich wirtschaftlich nicht bestätigen, werden die Firmen das an den Verkaufszahlen ziemlich schnell merken. Und das nächste mal etwas genauer überlegen, wie sie ihre Werbebudgets platzieren.

Follower kaufen: es ist doch einfach uncool!

Es gibt sowas wie Unternehmerehre. Einen guten Namen aufzubauen dauert mindestens so lange, wie der Aufbau von einem guten Instagram Account. Ich finde es nicht souverän, zu versuchen dem Kunden gefälschte oder manipulierte Daten unterzujubeln. Das ist uncool. Denn Derjenige, der manipuliert, offenbart damit seine eigene Unsicherheit. Der Manipulator glaubt nicht daran, dass er oder seine Leistung so gut sind, dass es zu einer Kooperation kommen kann. Er oder sie muss manipulieren, um überhaupt etwas abzukriegen. Ziemlich arm, stimmt’s? Ausserdem ist der deutsche Blogger-Markt sehr klein, es spricht sich ziemlich schnell herum, wenn einer offensichtlich Zahlen manipuliert.

Das sind meine Gründe sich gegen Follower-Käufe zu entscheiden. Das gilt aber nur für mich. Jeder entscheidet für sich selbst. Was meint ihr zu dem Thema? Eure Meinung ist mir wichtig, lasst es mich wissen!

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